Langstrecke – Zu Fuß durch den Pfälzerwald (März/Mai 2024)

Der heimische Pfälzerwald ist beileibe kein Geheimtipp als superbes Wanderrevier, also warum dann diesen  nicht einfach mal von Osten nach Westen zu Fuß durchqueren? Und das gleich zweimal in einem Frühjahr?  Denn wer kann, der kann!

 

Die erste Wanderung von Neustadt an der Weinstraße bis nach Merzalben gingen Stefan, Susanne und ich am 02. und 03. März an. Ob der Strecke von knapp 50 km setzten wir dies als Zweitagestour mit Übernachtung im Hotel 1000 Sterne an. Das hieß, wir durften auch noch Isomatten, Schlafsäcke, Kocher, Verpflegung etc. mitschleppen, was uns letztendlich dann schon etwas an die Reserven ging, denn die erste Etappe von Neustadt bis an den Weißenberg waren schon gut 35 km Strecke und 1623 hm, da zählt jedes Kilo auf dem Rücken. Gut bepackt starteten wir also morgens um 9 Uhr in Neustadt am Bahnhof und machten uns bei schönstem Spätwinterwetter auf über den Nollenkopf (490 m) zur hohen Loog (619 m), wo wir an der Pfälzwaldvereinhütte auch schon die erste Suppenrast einlegten. Weiter dann, die Kalmit links liegen lassend, über den Schafkopf (617 m), die Platte (608 m) und den Steigerkopf (613 m) zur Hochstraße. Auf dieser ging es dann bis zum Taubensuhl und von diesem runter ins Wellbachtal. Nach Hochstätten kam dann nochmal ein ordentlicher Anstieg bis zum Weißenberg (610 m), den wir neun Stunden nach dem Start erreicht hatten. Wir waren dann schon gut bedient und der eigentliche Plan war es, im Luitpoldturm zu pennen. Tja, leider hatte ein Großgruppe Dorfjugend diesen schon als Partylocation belegt und die waren schon strackbesoffen als wir kamen. Da wäre es sicher nichts mit einer ruhigen Nacht im Wald geworden. Also zogen wir noch 2 km weiter und schlugen unsere Schlafsäcke auf einer schönen Lichtung mitten im Wald auf. Da war wenigstens Ruhe. Nach ein paar Instantnudeln als Abendessen kamen wir dann auch zum wohlverdienten, halbkomatösen Schlaf.

 

 

Die zweite Etappe nach Merzalben führte dann morgens mitten durch die urige und um diese Zeit menschenleer Kernzone bis zur Burg Gräfenstein und weiter nach Merzalben. Von dort konnten wir dann mit dem Zug zurückfahren. Die zweite Etappe war mit 12 km dann deutlich kürzer, aber wir drei waren vom Tag vorher auch ziemlich gerädert. Das war schon mal eine wirklich tolle Tour, die man mal machen kann aber durchaus zäh war.

 

 

Naja, es war dann wohl doch nicht sooo zäh oder man vergisst sowas einfach zu schnell wieder, denn Mitte Mai kam dann relativ spontan die Idee auf: „Komm jetzt laufen wir mal als Tagestour von Neustadt nach Kaiserlautern. Dieses Mal aber mit leichtem Gepäck!“ Eine Wanderung über 42 km Strecke und 1572 hm, mitten durch den Wald. Stefan konnte diese leider nicht, weil er mit seinen Töchtern zum FCK Heimspiel wollte, aber immerhin versprochen hatte, uns von Lautern aus Abends mit nach Hause zu nehmen. Also machten wir das als Pärchentour. Start war am 19. Mai um 7 Uhr wieder der Bahnhof in Neustadt. Zuerst ging es über uns gut bekannte Wege durchs Kaltenbrunnertal zur Hellerhütte, die aber noch zu war, als wir dort um 9 Uhr vorbeikamen. Weiter dann nach Erfenstein runter und gleich wieder hoch nach Esthal. Von Esthal erst durch die Wolfsschlucht und dann über schönste Waldwege nach Waldleingien, wo wir uns in einem Gasthaus eine ordentliche Mittagsrast gönnten. Nach Waldleinigen kam nochmal ein Anstieg und dann ging es lang in Richtung Lautern abwärts. Bis dahin war das Wetter auch noch echt gut, aber kurz vor Lautern hatte uns dann leider doch noch ein Gewitterschauer ordentlich geduscht. Passiert. Kurz vor 18 Uhr erreichten wir dann den Treffpunkt an der Uni und schon kurz darauf kam Stefan vorbei, um uns mitzunehmen. Obwohl die Etappe deutlich länge war als die Erste bei der Wanderung zuvor, waren wir doch noch deutlich fitter am Ende. Schon krass, was die leichteren Rucksäcke letztendlich ausgemacht haben.

 

Beide Wanderungen kann ich wirklich sehr empfehlen für alle, die halbwegs fit sind. Da bekommt man ganz viel Pfälzerwald geboten und auf beiden Touren war auf dem Großteil der Strecken wirklich nichts los. De Palz is halt eefach schee!

 

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© Thomas Schaub