Paddeln im Trockensommer – Iller August 2022

 

Mitte August 2022, mal wieder ein „außergewöhnlich“ trockener Sommer, was wohl in Zukunft eher der Normalfall sein wird. Die Pegel am Rhein waren schon wieder extrem niedrig, bei uns in der Pfalz hat es wochenlang nicht geregnet und es dörrte munter vor sich hin. Also eigentlich ideale Bedingungen für eine Kanutour. Nämlich auf der Iller, die dank der Gewitter, die es im Allgäu selbst in so einem Sommer als doch noch alle paar Tage mal hat, grad genügend Wasser führte, damit wir mit unserem Aufblaskanu die Iller von Sonthofen bis Kempten befahren konnte. Samstags ging es gemütlich mit dem Plug-In-Hybrid und einigen Stopps an Schnellladern um den Spritverbrauch minimal zu halten also nach Sulzberg in der Nähe von Kempten, wo wir uns für die Nacht in einem schönen Landgasthof einquartierten. Samstag bestellten wir uns schon ein Taxi vor, welches uns dann Sonntag um neun Uhr am Seebadparkplatz am Öschle See abholte, wo wir unser Auto parkten und was auch der Endpunkt der Paddeltour sein sollte. Sonntagmorgens dann also mit dem Taxi und dem zusammengelegten Boot im Kofferraum nach Sonthofen zur Einsetzstelle an der Marienbrücke.

 

Das Wetter war ideal: Sonne pur, 30°C gegen Mittag und die Iller schön kalt. Die Strecke von Sonthofen ist mit einem Zweierkanu selbst bei Niedrigwasser fast komplett von Sonthofen bis vor Kempten befahrbar, außer ein obligat zu umtragendes Wehr bei Martinszell und eine kurze Stufe vorher, die man bei Niedrigwasser auch besser umträgt, zumindest mit unserem langen Kahn. Ansonsten wechseln sich bei der Strecke munter Flachbereich mit tieferen ab, die Iller fließt mal gemächlich und dann wieder schneller aber es hat auch die ein oder andere nette Schwelle, die man befahren kann. Dazu ist es landschaftlich sehr reizvoll mit den Allgäuer Alpen im Rücken am Grünten und den Westlichen Vorbergen bei Immenstadt vorbeizupaddeln, um nach Immenstadt ins offenere Gelände kommend dann vor Martinszell die wunderbare Illerschleife zu fahren, die wirklich sehr idyllisch durch den Wald geht.

 

Alles in allem ist es bei niedrigem Wasser im Sommer eine gemütliche Kanuwanderung aber es sind in Summe dann halt doch auch 27.4 km, die man paddelnd hinter sich bringen darf. Immerhin hatten wir fast immer mindestens eine Handbreit Wasser unter dem Kiel (OK, paarmal sind wir im Kies aufgesetzt). Gemütlich, die Ladeinfrastruktur nutzend, ging es dann wieder am Sonntagabend zurück in die Pfalz nach einem wirklich lohenden Paddeltag im Allgäu während des Trockensommers...

 

 

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© Thomas Schaub