Nach Jahren fand die jährliche Ski-Tourenwochen Ende Januar 26 wieder in den Alpen statt und zwar im Raurisertal in den hohen Tauern, eine überaus lohnende Destination. Nachdem ich 2018 schon mit Tobias und Sebastian im benachbarten Großarltal eine super Woche hatte (siehe : Morchel Pictures - Sieben Tage auf Tour - Eine Ausfahrt ins Großarltal (2018)), wollten wir uns auch mal diese Ecke der Hohen Tauern vornehmen, die gemäß Skitourenführer ein reichhaltiges Tourenangebot bietet und so war es dann auch. An sich ist das Raurisertal eher für Skitouren bei Firnbedingungen auf die hohen Ziele im Talschluss wie Hoher Sonnblick oder Hocharn bekannt, aber es lohnt sich durchaus dem Tal auch im Hochwinter einen Besuch abzustatten. Weiter vorne bzw. in den Nachbartälern hat es nämlich ein Reihe Wald- und Wiesenskitouren, die sich sehr gut bei eher knapper Schneelage und angespannter Lawinensituation an den höheren Zielen machen lassen, wie es bei uns in der Woche der Fall war. Trotz bis weit hoch ausgeaperter Südseiten hatten wir noch Schnee bis ins Tal und nordseitig über 1500m fanden wir meist noch schön zu fahrenden Pulver. Und wenn die Bedingungen wirklich nicht gut sind gibt es auch noch eine ausgeschilderte Skitour im kleinen Skigebiet von Rauris, wo man dann die Abfahrt via präparierter Piste machen kann. So gelangen Tobias und mir 7 Skitouren in 7 aufeinanderfolgenden Tagen (bei einer war kam Sebastian mit, der ansonsten dort Familienurlaub machte) und wir konnten uns 6432 Höhenmeter Aufstieg in die Beine drücken, eine durchaus ordentliche Ausbeute.
Zu den gemachten Touren:
Hennkarköpfl (1784m), 848 hm, WS: Wohl eher selten gemachte Skitour, unserer ortsansässigen Vermieterin war noch nicht mal der Gipfel ein Begriff. Wir durften auch alles Spuren und fanden auch keine alten Abfahrtspuren vor. An sich aber eine Tour, die man schon mal machen kann, geht sie doch zum größten Teil über freie ost/nordostseitige Weideflächen, die nur mal auf 200 Wegmetern von einen dichteren Jungwald unterbrochen sind, durch den man in der Abfahrt besser die Ski kurz trägt. Oben raus über einen Forstweg hoch und die letzten paar Meter zu Fuß aber unschwierig auf den felsigen Gipfel. Abfahrt wie Aufstieg.
Namenlose Erhebung neben dem Roßkopf (2038 m), 1150 hm, WS: Ziel war eigentlich der Roßkopf (2039m), aber ob der sehr dürftigen Schneelage am Roßkopf erkoren wir eine gleich hohe Erhebung auf der anderen Seite der Roßkopfkarte zum Ziel, schlicht und ergreifend, weil man von dort aus abfahren konnte. Die Tour führte unten 300hm über einen Forstweg, der bei uns wegen Forstarbeitern aber leider geräumt war, und wir deshalb die Ski dort tragen durften. Danach kommen recht steinige Wiesen, für die die Schneehöhe leider auch zu dürr für eine materialschonende Abfahrt war. Im oberen Teil dann immerhin freies Skigelände, wo wir einige schöne Schwünge machen konnten. Ob der schlechten Schneelage unten beschlossen wir dann in der Abfahrt via eines Forstweg den unteren Teil der Skitour des Hennkarköpfl abzufahren, weil wir auch vom Tag vorher wussten, dass dort der Schnee für die Abfahrt bis ins Tal reicht. Wir durften dann halt die Ski noch etwa 500 Meter auf der Straße zum Auto zurücktragen.
Anthaupten (1924 m), 909 hm, L+: Rein nordseitige Skitour, die auf den ersten 300 hm über das kleine Skigebiet führt (diesen Aufsteige könnte man sich auch mittels Einzelfahrt mit dem Schlepper für 6€ erkaufen, haben wir aber nicht gemacht). Danach im Direttissimastil durch den dichten Wald hoch, bis man auch etwa 1750 m wieder auf freies Gelände trifft, wo wir satt Pulver vorfanden. Unschwierig auf den Gipfel, der eine nette Aussichtwarte ist. Abfahrt wie Aufstieg bis man auf eine Forststraße trifft, die sich bei mäßiger Schneelage besser zur Abfahrt eignet wie der hutzelige Wald und unten raus dann einfach über die präparierte Piste.
Kolmkarspitze (2529 m), 920 hm, WS-: Eine Paradeskitour im oberen Teil! Den langen Zustieg über die im Winter gesperrte Mautstraße bis zum Kolm-Saigurn hatten wir uns für 10€ pro Person durch den Taxi-Service des Naturfreundehauses erkauft (am Abend vorher dort anrufen, siehe: www.sonnblickbasis.at). Von dort Aufstieg durch den Wald bis zur Durchgangsalm und von der durch über einen kurzen steilen aber lichten Waldhang in das ideale freie westseitige Skigelände bis zum Gipfel. Oben hatte es in der Abfahrt satt Pulver und war super! Die Abfahrt über die ziemlich vereiste Straße vom Kolm-Saigurn weg zurück zum Auto war hingegen nicht sonderlich prickelnd.
Hahnbalzköpfl (1895 m), 1032 hm, WS-: Die Tour startet vom Eingang des Gasteiner Tals und führt über ostseitige Weideflächen und durch recht lichten Wald, wo man auch mit eher knapper Schneelage unten gut durchkommt ohne sich den Belag auf den Ski zu ruinieren. Die Tour endet am Gipfelkreuz, was einige Meter höher liegt als der auf der Karte angegeben Gipfel. Abfahrt im oberen Teil über das freie steilere Gelände etwas südlich der Aufstiegsspur. Ober hatten wir super Pulver und unten dann feinen Sulz, der auch recht spaßig zu fahren war.
Skitour des Skigebietes Rauris (1685 m), 758 hm, L: An einem Tag schneite es und die Sicht war ziemlich mau, da bot sich die Skitour im Skigebiet Rauris an. Der Aufstieg ist hier sehr gut ausgeschildert und verläuft größtenteils weit abgetrennt von der Piste, so dass man den Abfahrenden nicht in die Quere kommt. Am Ziel (Waldalm) bot sich eine Einkehr an und die Abfahrt erfolgte entspannt über die Piste.
Etzenkopf (1848 m), 815 hm, WS-: Wohl auch eher selten gemacht, aber mitunter lohnend. Diese Tour startet im Salzachtal und führt ost- und nordseitig unten über Forstwege und oben schön freie Hänge auf den Gipfel. Den Aufstieg den wir genommen haben kann ich nicht empfehlen, da sich der Weg irgendwann in einem sehr steilen Waldstück verliert, wo wir dann auch mal die Ski abschnallen mussten und nur mittel leichter Baumkletterei wieder auf die eigentliche Route fanden. Es ist wohl besser so aufsteigen, wie wir es auch abgefahren sind, allerdings ist das dann auch von der Strecke her länger (5.4 vs. 7.3 km). Die oberen 350 Höhenmeter waren dafür immerhin ein Pulvertraum in wunderbarem Skigelände und die Abfahrt über die Froststraße sehr entspannt.