Alpin Recap 2025

 

Ein weiteres Jahr ist vorbei, und wieder ging doch einiges in den Alpen und ich kann durchaus zufrieden sein. Über die Skitouren in der Silvretta sowie aufs das Bishorn habe ich hier schon berichtet (Skihochtouren zum Saisonende 24/2​5), ebenso über die epische Kletterei auf die Grepon (Episch: Grepon – Mer de Glace), die Tour auf die Wildspitze mit der Liebsten bei besten Bedingungen (Top of Ötzal – Wildspitze) und noch zum Jahresabschluss die Rubihorn-Nordwand (The times are a-changin: Rubihorn Nordwand 15 Jahre später).

 

Aber das war nicht alles, der „Playground of Europe“ lockt mich einfach zu arg, auch wenn es jedes Mal eine ziemliche Fahrerei ist (wobei ich mich da im letzten Jahr nicht mehr gar so schlecht bei gefühlt habe, da ich mittlerweile ein E-Auto fahre…).

 

Jahresauftakt auf Ski war wie im Jahr zuvor über Dreikönig mit Tobi im Schetteregg im Bregenzerwald. Es hatte reichlich Schnee selbst südseitig bis ins Tal, weshalb wir bei bestem Wetter die Chance nutzten, den Hirschberg mal endlich von seiner Südseite her zu machen. Westseitig über die alte Pistentrasse hatte ich diese schon öfters gemacht, da ist es eine kurze und nette Skitour, endet aber eigentlich auch ziemlich weit vom Gipfel entfernt an der Bergstation des alten Skilifts. Von Süden her sind es mehr als 1100 Höhenmeter und man landet am Gifpelkreuz. Unten über tolles, offenes Almgelände und dann mit einer Gegensteigung in super Gipfelhang. Absolute Empfehlung, wenn es denn südseitig mal gescheiten Schnee hat. Tags darauf war das Wetter echt mies mit Regen bis über 2000m. Ich sagte früher schon öfters, dass ich bei allen Bedingungen Skitouren gehe, außer wenn es regnet, weil bei Regen fährt man einfach kein Ski. Aber was interessiert mich mein Geschwätz von gestern, wenn die Alterative wäre, dass wir den ganzen Tag im Hotelzimmer rumgammeln. Also dann halt Ski+ und eine Tourenkarte fürs Skigebiet Damüls-Mellau geholt, weil ich schon lange Mal auf die Kanisfluh mit Ski wollte. Immerhin war die Lawinengefahr gering, was dort wichtig ist. Die Hoffnung, dass das Wetter etwas weiter oben besser ist, erfüllte sich leider nicht. Also ging es von der Bergstation aus im Regen in Richtung Kanisfluh. Die Schneequalität litt natürlich massiv unter dem Regen. Nichtsdestotrotz, schafften wir es den großen Gipfelhang der Kanisfluh in vielen Spitzkehren hochzuspuren. Am Gipfelkamm für den finalen Fußaufstieg angekommen waren wir dann aber brutal dem Wind ausgesetzt. >80 km/h Wind, das machte dann auch wirklich keinen Spaß mehr und paar Höhenmeter runter dem Gipfel kehrten wir in den Windgeschützen Gipfelhang um und fuhren ab bis zum Lift. Skitour im Regen kann man mal machen, geil ist aber anders… Anderntags war dann wieder gutes Wetter und so machten wir noch die Winterstaude von Schetteregg aus. Durch den Regen am Tag zuvor und das Überfrieren in der Nacht war das aber alles, nur kein Pulver mehr… Aber wie sagt der Sachse: „S´ging ooch“

 

 

Mitte Juli war mit der Liebsten dann eine klassischer Alpinkletterei angesagt, nämlich auf die Zimba, auch bekannt unter dem „Matterhorn des Montafons“. Eine sehr markante Berggestalt die jetzt optisch aber eher nur entfernt ans Matterhorn erinnert, aber auch gut möglich, dass sich die Ähnlichkeit auf die teils vergleichbar bescheidene Felsqualität bezieht… Der Plan war eigentlich Anfahrt am Samstag, gemütlich die 700 hm zur Sarotla-Hütte von Brand aus aufsteigen, Sonntag weiter die nächsten 1000 hm auf die Zimba mit der Kletterei, dann Abstieg und heim. Blöderweise waren für Sonntag ab frühem Vormittag Gewitter gemeldet und der Gipfel der Zimba gehört zu den Plätzen, an denen man bei einem Gewitter tunlichst nicht sein sollte. Da das Wetter für Samstag stabil gemeldet war also Planänderung: Samstag um 3 Uhr morgens los gefahren, um 07:30 in Brand angekommen und weiter in einem Rutsch bsi auf den Gipfel der Zimba und von da aus Abstieg bis zur Sarotla-Hütte, an der wir zum Abendessen dann waren. 1700 hm incl. Viel Kletterei am Gipfel. Puuuuh, wir waren dann ganz schön durch. Aber die Kletterei oben war, obwohl es an einigen Stellen etwas schottrig war, schon toll. Bis zum Zimbajoch noch mehr oder minder über einen Wanderweg, dann etwas I-IIer Kletterei am kurzen Seil bis zur Sohmplatte. Da hieß es dann mal im teils recht abgespeckten Fels zuzupacken, obwohl nur IV-. Danach weiter in einigen Seillängen bzw. teils am kurzen Seil dem luftigen Westgrat folgend (II-IIIer Gelände) zum Gipfel, auf dem wir dann ob fortgeschrittener Stunde alleine waren. Retour auf dem gleichen Weg mit ein paar Mal abseilen. Zimba gemacht, toller Gipfel! Sonntag stiegen wir dann direkt nach dem Frühstück ab und schafften in Brand gerade noch eine Runde im Naturschwimmbad zu drehen, bevor es um 10 Uhr derb anfing zu Gewittern. Also alles richtig gemacht!

 

 

Zum Abschluss der alpinen Sommersaison, bevor die Ski ausgepackt werden, Stand zum langen Wochenende am dritten Oktober dann ein Hochtourenwochenende mit meinem Patenkind Nils an, der auch mal was mi Gletscher machen wollte. Ziel war die hoch gelegene Tierberglihütte in der Urner Alpen, da diese noch bis zu dem Wochenende offen hatte um von dort aus was zu machen. Naja ein paar tage bevor wir anreisen wollten kam ein Wintereinbruch mit fast einem Meter Neuschnee. Ich las auf de Instagramseite der Hütte, dass das Personal schon abgestiegen war aber wohl noch zum 03.10 wieder hoch wollte. Deshalb schrieb ich die fünf Tage vorher an, ob das mit meiner Reservierung noch steht und ob wir kommen könne. Auskunft des Hüttenwirts: Klar, kommt, wir haben auch noch andere Reservierung und sind an dem Wochenende nochmal oben. Am 02.10 ruft mich morgens dann der Hüttenwirt an, ob wir auch wirklich kommen, weil es hat immer noch viel Schnee hat, auch im steilen Hüttenzustieg. Und man da auf jeden Fall Steigeisen bracht. Ich meinte nur: Kein Ding, wir wollen eh Hochtouren machen und haben alles dabei. Der Hüttenwirt nur: Ok, kommt dann aber bitte auch wirklich, da ich dann nur wegen euch drei zur Hütte hoch gehe, weil alle anderen Gäste ihre Reservierungen storniert hatten… Wir fuhren dann am 03.10 morgens zum Sustenpass und schon kurz nach dem Parkplatz finge im Hüttenzustieg Schnee und vor allem Eis an. Ohne Steigeisen hätten wir echt schlechte Karten gehabt und so konnte Nils schon im Hüttenstieg das Steigeisengehen üben und ich muss sagen, er ist da echt ein Naturtalent, er hatte die zum ersten Mal an. An der Hütte angekommen war diese noch zu, aber der Wirt wollte eh erst am Nachmittag kommen. Der ursprünglich Plan war auf Sustenhorn zu gehen, aber der Steingletscher war fett eingeschneit und es hatte dorthin auch keine Spur. Es wären schon top Bedingungen für eine Skitour gewesen, aber nicht für einen Fußaufstieg. Aber zum Vorderen Tierberg hin war eine Spur und die Tour viel kürzer. Also wühlten wir uns, oft knietief, dann in klassischer Gletscherseilschaft, ich voran, dort hoch. Auch Nils merkte, dass ob Höhe das schon zach anstrengend sein kann, aber er hatte seinen Spaß und kam so auf seinen ersten 3000er. Kaum auf dem Gipfel angekommen zog es zu, kaum Sicht und wir eierten unsere Spur zurück zur Hütte wo in der Zwischenzeit der Hüttenwirt eingetroffen war. Und der war super entspannt, gut gelaunt und erzählfreudig. Der war dann extra für uns da, machte uns Abendessen und Frühstück. Wir saßen auch eine ganze Weile zusammen vor dem Ofen in der Stube und haben erzählt. Klasse Sache, das hat sich angefühlt wie einem Winterraum zu sein, aber einen Privatkoch zu haben… Anderntags dann der Abstieg und gemütliche Heimfahrt.

 

 

Mitte November bekamen die Nordalpen dann einen ordentlich Packen Schnee ab, also wie im letzten Jahr Saisonauftakt per Skihochtour! Wie 2024 (siehe: Morchel Pictures - Alpines 2024) war der Ausgangspunkt das Pitztaler Gletscherskigebiet, wieder mit Christian und diese Mal war auch Nadja mit, wir drei hatten schon einige andere Touren zusammen gemacht, also ein eingespieltes Team. Der Plan war eigentlich mal nicht auf die Wildspitze zu gehen, da Christian und ich auf das Jahr zuvor mit Ski und Susanne du ich im August 25 noch zu Fuß oben waren (Morchel Pictures - Top of Ötzal – Wildspitze). Klar, super Gipfel, aber wir dachten wir machen dann mal den Hinteren Brochkogel sowie die Petersenspitze daneben, weil wir auf den beiden Haufen halt noch nie waren. Der Taschachferner war zwar schon super eingeschneit, aber die Sicht war an dem Tag echt mies und es war zapfig kalt. Am oberen Teil des Taschferners stapften wir im Nebel rum und die wenig ausgeprägte Firnkuppe der Pertersenspitze hätten wir nur per GPS gefunden, wenn überhaupt. Also weiter Richtung Brochkogel. Tja, der hing auch im Nebel und zur Wildspitze hin hatte es noch eine Spur. Man konnte zudem erahnen, dass der Gipfel der etwa 130 Meter höheren Wildspitze eventuell grad so aus dem Nebel schaut. Spontane Planänderung, dann halt doch wieder die Wildspitze… Mit den Ski bis zum Gipfelgrat und dann im eisigen Wind über sehr winterliches Gelände bis zum Kreuz, wo tatsächlich grad so die Sonne rauskam. Dadurch war ich also innerhalb von 53 Wochen dreimal auf der Wildspitze. Das reicht dann aber auch erst mal. Abstieg und Rückweg ohne besondere Vorkommnisse. Weil es auch in den Voralpen Schnee bis in die Täler hatte ging ich anderentags dann noch mit Christian vom Lechtal aus die Skitour „Auf die Mutte“, ein ordentlicher Auftakt der Skitourensaison und das wie im Jahr zuvor schon im November.

 

 

Blöderweise war der Schnee im November dann auch mehr oder minder der einzige der bis zwischen den Jahren gefallen war, wo ich mich wieder, eigentlich für Skitouren, in Schattwald im Tannheimer Tal einquartierte. Auch wenn es überall hieß, dass die Bedingungen nicht für Skitouren taugen, konnte ich am 27.12 doch noch, ohne zu tragen gerade so eine Skitour auf den Ponten machen. Unten lag gerade so viel (mit Eis drunter), dass es mit den Fellen unter den Ski hoch ging und ich über die Piste auch bis zum Ort abfahren konnte. Im Latschengürtel reichte der Schnee grad so und im schattigen Kar oben war er sogar unerwartet gut. So hate ich dann den Ponten bei bestem Wetter mit den Ski zwischen den Jahren völlig für mich alleine. Das kommt sicher auch nicht oft vor, aber wie habe ich schon öfters gesagt „Der Ponten geht immer!“. Auf dem Haufen war ich jetzt sicher auch schon 10 mal mit den Ski… Da es ansonsten von den Bedingungen her für Ski nicht gut aussah ging es anderntags dann mit Michael zum Klettern in die Südseite des Aggensteins. Soviel zum Thema Abschluss der alpinen Sommersaison im Oktober. Bei strahlendem Sonnenschein machten wir die „Westtangente“ (IV+) in Wechselführung. Warmer Fels und Fernsicht, was will man mehr! Anderntags dann noch die Rubihorn-Nordwand mit Christian (The times are a-changin: Rubihorn Nordwand 15 Jahre später) rundete dieses tolle Bergjahr dann würdig ab. 

 

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© Thomas Schaub