Zurück nach Lappland ins Langlaufparadies! Wie ich schon 2022 orakelte: „Leider habe ich jetzt schon wieder ein Ziel mehr auf der Liste, wo ich sage Da will ich wieder hin!“ (siehe: Klassisch Nordisch – Langlaufen in Lappland (März 2022)). Und so war es dann auch diesen März, wieder ab nach finnisch Lappland nördlich des Polarkreises um große Langlaufrunden in der Taiga zu ziehen.
Wie schon vor vier Jahren ausführlich beschrieben hat man dort idealstes Langlaufgelände, Mitte März normalerweise ausreichend gesetzten Schnee (bei uns noch etwa einen Meter…), gut 12 h Tageslicht und ein seeeehr großes Netz an top präparierten Loipen. Nachdem wir 2022 in Levi waren quartierten wir uns diese Mal im benachbarten Gebeit Ylläs ein, ebenfalls ein Skigebiet und damit mit entsprechender touristischer ausgestattet, was in dieser ansonsten recht menschenleeren Gegend durchaus nützlich ist. Sobald man aus dem Ort draußen ist führen die Loipen oft durchs Nirgendwo. Thema Loipen: Das Netz an präparierten Loipen in Ylläs umfasst ungefähr 300 km, also mehr als genug für eine Woche ohne das einem langweilig wird. Die Loipen sind i.A. sehr gut präparierte Doppelloipen, Einbahnstraßenverkehr beschränkt sich auf ein paar kurze Stücke. Das Loipennetz gibt es her, dass man nach Belieben Runden laufen kann, auch recht große. Wir haben so z.B. drei Tagesrunden >30 km gemacht, jede von denen länger als alles was wir bisher vorher an einem Tag gelaufen sind. Man bewegt sich normal durch den Wald, über (eingeschneite) Sümpfe, zugefroren Seen aber teils geht es auch auf eine der Berge hoch wie die Prachtloipe über den Kukatunturi, von dem aus man mit einer prächtigen Aussicht belohnt wird. Wir kamen in den sieben Tagen so auf 189.5 km Wegstrecke bei 1893 hm die wir uns unter die Latten ziehen (alles im klassischen Stil). Das war deutlich mehr als wir bislang bei einer Woche Langlaufen zusammenbekommen haben. Schön zu sehen das man trotz fortschreitendem Alter doch noch bissle mehr reißen kann.
Die Touren die wir in der Woche gemacht haben. Alles großzügige Runden in idealem Langlaufgelände. Unten der Loipeplan in großer Auflösung:
Für das leibliche Wohl ist entlang der Loipen mit vielen kleinen Kaffees gesorgt, die oft im Nirgendwo liegen und per Schneemobil versorgt werden. So fallen einem die langen Runden dann auch leichter, wenn man zwischendurch gemütlich auf Kaffee und Gebäck einkehren kann. Einquartiert hatten wir uns stilecht wieder in einer Blockhütte im Wald mit eigener Sauna, was der Regeneration nach den langen Runden sehr zuträglich und zudem urgemütlich war. Direkt neben unsere Hütte lag auch noch ein Pferdehof und natürlich gab es dann auch wieder, sehr zur Freude von Susanne, einen Ausritt durch den tief verschneiten Wald. Mit Polarlichtern war es diese Mal leider nichts, da es wirklich jede Nacht bewölkt war. Aber auch nicht schlimm, wir hatten da 2022 schon die großen Himmelsshow, man kann nicht alles haben.
Auf jeden Fall war es eine sehr gute Entscheidung zum Langlaufen nach finnisch Lappland zurückzukehren, besser bekommt man es wohl nicht. Gerne wieder…